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Dachbegrünung hilft gegen Bodenversiegelung vom 03.08.2017

Dachbegrünung

Fast alle Kinder malen ein Hausdach mit roten Ziegeln. An die Farbe Grün denkt beim Stichwort „Dach“ kaum ein Mensch. Ganz im Gegensatz zu dem Düsseldorfer Dachdeckermeister Marc Peschel. Er  sorgt mit der Dachbegrünung für blühende Landschaften. 

„2014 wurden täglich 69 Hektar neu als Verkehrs- und Siedlungsflächen ausgewiesen. Das ist etwa so viel wie 100 Fußballfelder – und das jeden Tag“, so Marc Peschel. Dabei kann gerade das Dachdeckerhandwerk einen Beitrag dazu leisten, diese Bodenversiegelung teilweise auszugleichen: mit der Dachbegrünung.

Mini-Biotope dank Dachbegrünung

Mit einer Dachbegrünung werden grüne Inseln und Mini-Biotope in den Städten geschaffen. Außerdem sorgen Gründächer für ein verzögertes Versickern von Niederschlagswasser. Das ist wichtig, denn die fortschreitende Bodenversiegelung durch Bebauung gilt als Mitursache für die immer häufigeren Überschwemmungen. Entsprechend gewähren viele Kommunen finanzielle Anreize bei den Abwassergebühren, wenn ein Dach begrünt wird.

Auch die Bewohner und Nutzer solcher Häuser genießen Vorteile, wenn das Dach begrünt ist: „Das Substrat der Gründächer speichert Niederschlagswasser und lässt es langsam verdunsten. Und Verdunstung erzeugt Kälte. So wirkt ein Gründach wie eine natürliche Null-Energie-Klimaanlage“, erklärt Peschel. Dazu sorgt die relativ große Masse des Gründachs für einen guten Schallschutz von innen nach außen als auch umgekehrt. Ein begrüntes Dach ist so auch besonders für den gewerblichen Bereich sinnvoll, um Schallemissionen zu reduzieren.

Dachbegrünung: Vom niedrigen Pflanzenteppich bis zur Parkanlage

Am Anfang einer Dachbegrünung steht die statischen Prüfung der Eignung des Daches. Es folgt schichtweise Aufbau mit wasserdichten und wurzelfesten Dachbahnen. Darauf kommt die Substratlage und die geeignete Begrünung. Das kann eine extensive Begrünung mit einem niedrigen Pflanzenteppich sein oder eine intensive Begrünung mit begehbaren Garten- und Parklandschaften auf dem Dach. Weltweit feiert das „Urban Farming“ einen Siegeszug als Zukunftstrend. Dabei ist sogar die Haltung freilaufender Hühner und der Anbau von Gemüse für den Eigenbedarf auf vielen Dächern schon üblich.

Aber auch ohne gleich einen Garten auf dem Dach anzulegen, sollten Bauherren die Dachbegrünung in ihre Pläne einbeziehen. Allerdings sollte die Vorbereitung der Begrünung nie in Eigenarbeit angepackt werden, um die zuverlässige Funktion des Gründaches dauerhaft sicherzustellen.

Mehr Informationen zum Thema Dachbegrünung erfahren Sie von Dachdeckermeister Marc Peschel persönlich.

Silhouette: Dachdecker bei der Arbeit.